>Tuttlingen – Kultur & Veranstaltungen im Februar 2009

>Dienstag, 3. Februar, 20:00 Uhr – Stadthalle Tuttlingen, Großer Saal – CHINA TRIFFT EUROPA: Tanz der Leidenschaften – Eine Co-Produktion mit Musik, Tanz, Kostümen und Artistik der Musikhochschule Trossingen, Deutschland, und der Nan Chang Universität, China
Zwei Kulturkreise begegnen sich beim „Spiel der Masken“: Das verspricht eine ganz besondere Aufführung, die anschaulich die historischen Klang- und Bilderwelten Chinas und Europas auf die Bühne bringt. Im Vergleich der Darbietungen, im „Tanz der Leidenschaften“, werden verblüffende Parallelen und bedeutende Unterschiede unmittelbar erlebbar. Bei der Co-Produktion der Musikhochschule Trossingen mit der chinesischen Nan Chang Universität begegnen sich im Jahr eins nach den Olympiade in Peking chinesische und abendländische Kulturtradition. Eine faszinierende Weltpremiere, selten zu sehen, bildgewaltig und kostbar!
 
Opernszenen aus China und Europa auf historischen Musikinstrumenten und in Kostümen der Zeit gelangen nach 400 Jahre wieder zur Aufführung. Die Institute für historische Aufführungspraxis der Musikhochschulen von Nanchang (China) und Trossingen spüren den Kontinente übergreifenden Gemeinsamkeiten der Weltsprachen Musik – Rhythmik – Tanz und Gestik nach.  Eine faszinierende Weltpremiere unter der Leitung internationaler Spezialisten.
 
Das Spiel der Masken vereint szenische Bühnenwerke aus zwei sehr unterschiedlichen Kulturkreisen in einem spannenden gemeinsamen Abend. Die klangliche und szenische Präsentation einer „Courtmasque“ wie sie am Hofe Elisabeths I. um 1600 ihren Ursprung fand, wird der Beitrag der Trossinger Hochschule sein. Die Dozenten und Studierenden der Nan Chang Universität präsentieren Teile einer historischen Oper der chinesischen Provinz Jiangxi. Als Besonderheit wird es ein gemeinsames Stück aufgeführt werden: Denn zum Abschluss vereinen sich die Truppen aus China und Deutschland zum gemeinsamen Finale, das als zukunftsweisender Weg künstlerischer Kreativität individuelle Kulturtraditionen respektvoll zu einer neuen Kunstform vereint.
 
Donnerstag, 5. Februar, 20:00 Uhr – Stadthalle Tuttlingen, Kleiner Saal – RUPERT NEUDECK – “Abenteuer Menschlichkeit: Menschen überleben helfen” – Vortrag aus unserer Reihe “themen & ansichten” in Kooperation mit der Volkshochschule Tuttlingen e.V. “
Rupert Neudeck blickt auf drei Jahrzehnte Erfahrung mit humanitären Hilfsaktionen zurück. Mit der Cap Anamur und seinem neuen Projekt Grünhelme e.V. half und hilft er schnell, unbürokratisch – und ausschließlich mit privaten Spenden finanziert – dort, wo die Not am größten ist. Entgegen dem Rat von Experten, Seerechtsreferenten und anderen Bedenkenträgern hatte er den Mut, mehr als 10.000 vietnamesische Flüchtlinge buchstäblich aus dem südchinesischen Meer zu fischen. In Deutschland warb er in öffentlichen Vorträgen für eine verstärkte Entwicklungszusammenarbeit. Besonders auf Initiativen, die aus der Zivilgesellschaft erwachsen sind, wie die Partnerschaften vieler rheinland-pfälzischer Schulen mit Schulen in Ruanda, setzt er seine Hoffnung. Für 40.000 Euro kann man in Deutschland allenfalls eine Garage bauen. Die Grünhelme bauen mit diesem Betrag gemeinsam mit den Einheimischen in Afghanistan eine komplette Schule auf…
 
Freitag, 6. Februar, 20:00 Uhr – Stadthalle Tuttlingen, Großer Saal – ABBA’s GREATEST – Eine Covershow – Nach dem Erfolg der Tournee 2007/2008 jetzt die Neuauflage mit den größten Hits der schwedischen Kultband
Vom Mythos ABBA noch einmal verzaubert werden – und das nicht nur beim Kino-Sommerhit “Mamma Mia”, sondern live auf der Bühne: Die Show überzeugt mit einer aufwändigen und authentischen Bühnenpräsenz samt Showtreppe, Discokugel und dem unverzichtbaren weißen Flügel. Mit Schlaghosen, Hotpants und Minirock und natürlich mit den Ohrwürmern im ABBA-typischen Sound wird die Legende wieder zum Leben erweckt. Es folgt Hit auf Hit: “Mamma Mia”, “SOS“, “Super Trouper”, “Knowing Me, Knowing You”, “Chiqitita”, “Money, Money, Money”, “Voulez Vous” und viele mehr! Live, authentisch, leidenschaftlich, mitreißend – ein sensationelles Konzerterlebnis! … als wären die Siebziger erst gestern gewesen!
Veranstalter: Aktiv Event Ltd.
 
Freitag, 6. Februar, 20:30 Uhr – Angerhalle, Tuttlingen-Möhringen – STEPHAN BAUER – Kabarett – Nach “Die Nächste, bitte!” jetzt das neue Programm des TV bekannten Kabarettisten – Aus unserer Reihe „Bühne im Anger“
Was ist bloß los mit dem Y–Chromosom? Der Mann von heute gibt ein trostloses Bild ab. Als Don Juan hat „man“ ausgedient, aber Weichei, Abspüler und Frauenversteher zu sein, ist auch nur mäßig sexy: Starke Männer mit Rückgrat und Verantwortungsbereitschaft? Fehlanzeige!  Der Mann von heute ist konturlos und schlaff. Trotz Gillette Mach 4. Keiner macht mehr den Mund auf, außer er hat nichts zu sagen. Dass Männer das stärkere Geschlecht sind, ist mittlerweile ein Märchen. Versuchen Sie nur mal als Mann, in der Nacht die Bettdecke wieder zu sich zu ziehen, und Sie werden sehen …

Gut, die Frauen sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Warum sind sie auch so hart und unerbittlich geworden? Die Feministinnen sagen: „Rache, weil Frauen Jahrhunderte unterdrückt wurden.“ Die Sozialwissenschaftler sagen: „Die Frau muss so sein, wenn sie im Berufsleben erfolgreich sein will.“ Und die katholische Kirche sagt: „Frauen waren schon immer so.“

Das neue Meisterwerk von Stephan Bauer über die durcheinander geratenen Geschlechterrollen unserer Tage. Sehr persönlich, selbstironisch und schonungslos ehrlich. Ein Abend über Männer, die vor ihren starken Frauen längst kapituliert haben und am Tresen jammern: „Ich wäre so gern ein Macho, aber Steffi lässt mich nicht.“
 
Samstag, 7. Februar, 20:00 Uhr – Stadthalle Tuttlingen, Großer Saal – PIPPO POLLINA & LINARD BARDILL – “Caffe Caflisch”-Tournee 2009 – Nach dem großen Erfolg der “Insieme-Tour” 2002 in der Schweiz jetzt wieder gemeinsam
Pippo Pollina (Gesang, Piano, Gitarre) und Linard Bardill (Gesang, Gitarre) zählen zu den aktuell erfolgreichsten Künstlern der Schweiz. Gemeinsam auf der Bühne nehmen sie ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise von der heißen Küstenstadt Palermo bis zum vergessenen Bergnest Scharans …
 
Die Zuckerbäcker aus Graubünden waren und sind legendär. Als Auswanderer – Anfangs des 20. Jahrhunderts – gründeten sie Bäckereien, Konditoreien, Bars und Cafés in Amsterdam, Moskau, Dresden und Paris. So auch der aus Trin (CH) stammende Christian Caflisch, der um 1900 in Palermo das berühmte “Caffe Caflisch“ gründete. Pippo Pollina saß dort in seiner Studentenzeit und trank seinen Espresso, las Lampedusas Roman “il Gattopardo“ oder bereitete sich auf seine Juristenprüfung vor. Mit dem Juristen sollte es nichts werden – mit dem Sprung des Leoparden aber schon. Denn im Roman heißt es, dass, wer sein Glück machen wolle, die Insel früh verlassen müsse. Lampedusa hatte an einem der Tische des “Caffe Caflisch” den später weltberühmten Roman geschrieben und Pollina wagte den großen Schritt über das Meer. Mit Gitarre und Schlafsack bereiste er die nördlichen Länder Europas und blieb in der Schweiz hängen. Nicht zuletzt wegen des Bündner Liedermachers Linard Bardill, der ihn als Straßenmusiker in Luzern kennen lernte und gleich auf seine Tour durchs Engadin einlud. Pollina nahm an und eine Freundschaft war geboren, die nun schon 22 Jahre andauert.

“I nu passaran“, hieß damals das Programm, “Sie werden nicht durchkommen“, die Faschisten und Rassisten, die Ausländerhasser und falschen Patrioten. Ziemlich militant waren Bardills rätoromanische Chanzuns damals und Pollina wusste, wovon man sang. Schließlich war er inzwischen selbst ein Emigrant. Nach der großen „Bergwelttournee“ brachte Pollina Bardill immer wieder nach Sizilien. Und immer wieder trank man einen Kaffee im “Caflisch“. Heute ist das Café fest in sizilianischer Hand, die Caflischs wieder in die Schweiz zurückgekehrt. Und doch ist der Ort einer der vielen Zeugen, dass alle Ausländer sind, fast überall und dass Toleranz und offener Geist die beste Voraussetzung ist, dass aus Fremden Freunde werden.

Pollina und Bardill starten im Januar 2009 mit ihrem neuen Programm “Caffe Caflisch“ in Palermo (im “Caffe Caflisch”) und Graubünden und treten bis Dezember 2009 damit in Deutschland Österreich, Italien und in der Schweiz auf.
 
Mittwoch, 18. Februar, 19:30 Uhr – Stadthalle Tuttlingen, Großer Saal – PETER STEINERS THEATERSTADL – “Die verbotene Liab” Ein Lustspiel in drei Akten von Erich Siebeneicher, in einer Neubearbeitung von Peter Steiner
„Lachen ist die beste Medizin“, sagt der Volksmund. Und deshalb müsste jedes Stück aus Steiner`s Theaterstadl eigentlich auf Krankenschein verordnet werden. Was wäre das Volkstheater ohne Steiners Theaterstadl? Seit Jahren waren Gerda Steiner und der im Dezember 2008 verstorbene Peter Steiner als Botschafter der guten Laune auf deutschen Bühnen und im Fernsehen (u.a. „Der Stanglwirt“, „Steiner`s Sketchparade“) zuhause und bringen Woche für Woche Millionen Menschen zum Lachen. Das neue Stück „Die verbotene Liab“ erzählt eine Geschichte, wie sie auf dem Lande auch heute noch passiert: Die Eltern versuchen zu bestimmen, wen ihre Kinder heiraten. So auch Bauer Alois Hornegger und seine Frau Stasi. Sie versprechen ihren Sohn Stefan der Tochter des reichen Reiter-Bauern. Nur: Stefan mochte die Christl schon zu Schulzeiten nicht. Weil er außerdem seine Vroni liebt, ist genügend Soff für eine spritzige Komödie gegeben. Ob’s am Ende zu einem Happy-End für das junge Paar kommt?
Veranstalter: Musikreisen Schweicker
 
Samstag, 28. Februar, 20:30 Uhr – Angerhalle, Tuttlingen-Möhringen Bühne im Anger – DJANGO ASÜL “Fragil” – Kabarett – Ottis Schlachthof, Waldis WM Club, Nockherberg … und jetzt live in der Angerhalle – Aus unserer Reihe „Bühne im Anger“
Fragil – das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie zerbrechlich. Gut, man hätte das Programm auch „Zerbrechlich“ nennen können. Aber Fremdwörter klingen nun mal intelligenter, und welcher bescheidene Künstler gibt sich nicht gerne der leisen Hoffnung hin, dass auch oder gar vor allem intelligente Menschen den Weg in seine Vorstellung finden?

Doch selbst dem Pseudo-Intelligenten dämmert langsam: Fragilität ist in der Tat zum Alltagsphänomen geworden in unserer Gesellschaft. Von oben bis unten, von quer bis rüber und von wegen bis überhaupt sind wir umgeben von fragilen Strukturen. Letzten Endes ist sogar das einst stabile Deutschland fragiler als erwartet. Die Politik lässt nichts unversucht: Die Armen fühlen sich im Stich gelassen, die Reichen verfolgt und die Leistungsträger ausgebeutet.
Und so bohrt sich das Fragile in alle Lebensbereiche: Ob Familie, Arbeitsplatz, Freizeit oder Schule – eine vom Staat ungewollte, aber dennoch veranlasste Verwahrlosung macht sich überall breit. Und der Bürger ist endgültig Staatsfeind Nummer eins. Das Misstrauen ersetzt das Gemeinsame und macht das Fragile an sich zum Perpetuum Mobile. Was bleibt einem über, wenn man alles über hat? Auswandern? Kapitulieren? Betrügen? Das wäre fad. Django Asül will erst mal die Situation für und um sich klären und stellt fest: Leicht ist es nicht – aber lustig. Denn neue Fragen tauchen auf: Ist es sinn- und identitätsstiftend, Deutscher zu werden? Was tun, wenn Mann merkt, dass seine biologische Uhr tickt? Wieso zersplittert Europa auf dem Weg zur Einheit immer mehr? Wie wirkt sich das auf das Klima aus? Steht beim Migrationshintergrund am Ende gar die Frustration im Vordergrund? Aber wie heißt es so schön? Wer nicht vor der eigenen Tür kehrt, kann sinnlos Staub aufwirbeln. Deshalb versucht Django Asül, zumindest mit sich ins Reine zu kommen. „Fragil“ ist also auch der ultimative Test, wie viel Gruppendynamik ein Individuum vertragen kann.

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